Bei der zweiten Sitzung des Reader Revenue Accelerator in Berlin nannten die 14 teilnehmenden Publisher übereinstimmend Newsletter als wichtiges Instrument zur Steigerung digitaler Abonnements.

„Eine wichtige Erkenntnis dieser Accelerator-Sitzung ist die Bedeutung von Newslettern, um Leser erst zu treuen Lesern und dann zu Abonnenten zu machen“, so Florian Wenzel, Teamleiter Kampagnenmanagement bei Verlag und Druckerei Main-Echo.

Im Folgenden teilen wir einige der wichtigsten Erkenntnisse der Teilnehmer des Reader Revenue Accelerator zur Rolle von Newslettern bei der Erhöhung der Abonnementabschlüsse.

Main-Echo: Niemals annehmen, dass Leser den Newsletter kennen

Statt den eigenen Newsletter einem größeren Publikum bekanntzumachen, beschloss das Main-Echo, eine bestimmte Lesergruppe zu ermutigen, den Newsletter zu abonnieren: die aktiven Leser. Diese aktiven Leser haben dem Main-Echo zwar ihre E-Mail-Adresse bereits mitgeteilt, den Newsletter aber noch nicht abonniert.

Für das Main-Echo sind sie eine wertvolle Zielgruppe. Diese Leser haben Interesse an den Inhalten des Medienhauses gezeigt und kennen die weiteren Optionen möglicherweise nicht. Das Main-Echo testete diese Annahme, indem es diesen Lesern eine einmalige Opt-in-E-Mail sendete. „Keine Tricks! Uns waren eine einfache Sprache und klare Anweisungen besonders wichtig: Abonniert unseren Newsletter!“, so Sabrina Kuhn, Social-Media-Marketing.

Das Ergebnis: „Wir haben die Anzahl der Newsletter-Abonnenten in nur einer Woche verdoppelt.“

Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung: Newsletter auch an aktuelle Abonnenten senden

Newsletter sind nicht nur gut geeignet, um aus Lesern Abonnenten zu machen, erkannte das Team der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung. Newsletter können auch exklusive Inhalte für zahlende Abonnenten enthalten.

„Wir möchten mit unseren Newslettern Abonnenten aktivieren, indem wir ihnen die Vorteile eines Abonnements zeigen“, betont Andreas Seidl, Leiter Online-Redaktion.

So erhielten kürzlich aktivierte Abonnenten beispielsweise folgende Informationen:

Mit dieser Strategie werden Abonnenten einbezogen und behalten das Interesse an ihrem Abonnement. Das Ergebnis: Sie bleiben länger dabei.

Russmedia: Das Rad nicht neu erfinden – Sieh dir an, was du bereits gut machst.

Das Team von Russmedia konzentrierte sich nach der ersten Sitzung des Accelerator-Programms ganz auf das E-Mail-Marketing.

„E-Mail-Marketing ist der Schlüssel. Nach der ersten Sitzung wollten wir einiges verändern, um unsere Newsletter schnell zu verbessern. Wir nutzen bereits Newsletter, deshalb haben wir uns angesehen, was gut funktioniert und wie wir sie sinnvoller einsetzen können“, so Julian Halder, Head of Audience & Marketing bei Russmedia.

Die Vorarlberger Nachrichten, eine Publikation der Russmedia-Gruppe, versenden beispielsweise jeden Morgen einen Newsletter des Chefredakteurs, der sehr beliebt ist.

Das Team von Russmedia hat beschlossen, den morgendlichen Newsletter durch zwei Maßnahmen zu optimieren:

1. Neue Abonnenten zu diesem Newsletter hinzufügen. So bleiben Abonnenten mit neuen Inhalten am Ball.

2. Ein ähnliches Format am Abend ausprobieren, das die beliebtesten Artikel des Tages zusammenfasst.

Beide Strategien sind laut Julian Halder einfach umsetzbar.



Das Accelerator-Programm

Die Accelerator-Programme des Facebook Journalism Project sollen Nachrichtenherausgebern dabei helfen, mit digitalen Abonnements mehr Einnahmen zu erzielen. Das vom Facebook Journalism Project finanzierte und organisierte Programm läuft über drei Monate und umfasst Praxis-Workshops mit Branchenexperten, ein vom International Center for Journalists organisiertes Fördermittelprogramm sowie regelmäßige Berichte zu Best Practices vom ICFJ und dem Facebook Journalism Project (FJP). Der Reader Revenue Accelerator ist Teil des Accelerator-Programms, dessen Programm und Struktur von Executive Director Tim Griggs betreut wird. Die vorherigen Programme konzentrierten sich auf digitale Abonnements und digitale Videos.